Zeit vergeht so unendlich schnell. Ich mein, was ist schon eine Minute? Wenn man wartet, dann ist sie eine halbe Ewigkeit. Aber wenn man nicht alle drei Sekunden auf den Sekundenzeiger schaut, dann ist eine Minute nur ein klitzekleiner Teil unseres Lebens.
Tag für Tag frage ich mich morgens, wenn ich wach werde, wie ich den lagen Tag überstehen soll. Bis um eins in der Schule hocken und dann Hausaufgaben machen und anderen Krams erledigen. Es scheint nicht viel zu sein, aber es macht mich am Abend fertig, zu wissen, dass ich wahrscheinlich viel zu viele Minuten bei Facebook, Svz und Blogger verbracht habe. Dass ich viel zu lange einfach auf meinem Bett saß, um mal nachzudenken.
Jeden Abend holt mich der Gedanke ein, nicht genug getan zu haben. Die Tage vergehen, die Monate laufen weiter. Allein in drei Monaten bin ich schon 18. Dabei kommt mir mein letzter Geburtstag erst ein paar Monate her vor. Allgemein fühle ich mich nicht wie drei Monate vor 18.
Ich hasse die Zeit. Wenn sie scheiße ist, dann leistet sie mir so lange Gesellschaft, aber wenn sie schön ist, dann ist sie innerhalb von ein paar Sekunden vorbei. Das Leben ist so unfair. Nein, die Zeit ist so unfair.
Ich habe vor nichts mehr Angst als vor der Zukunft und vor der Zeit. Am liebsten würde ich die Zeit einfach anhalten wollen, damit alles so schön bleibt wie es ist und kein einziger Moment etwas daran kaputt machen kann..
Montag, 22. Oktober 2012
Sonntag, 21. Oktober 2012
Morgen geht es wieder in meine kleine persönliche Hölle. Entweder es läuft gut und ich werde nicht von Feuerbällen abgeworfen oder eben doch. Mehr Möglichkeiten gibt es nicht. Klar, man könnte sagen, es liegt an mir, ich bin ja so in meine Opferrolle vertieft, dass ich da nicht wieder rauskomme, aber es ist ja nicht so als täte ich nichts. Ich vermeide schon Gespräche mit meinen lieben Klassenkameraden, allein um mir deren dämliches Geläster danach zu ersparen. Am besten ich mache es wie immer: Bring meine Sachen zu meinem Platz und verschwinde für mindestens zehn Minuten in die Parallelklasse. Da fühl ich mich zumindest um einiges wohler, als in meiner eigenen Klasse.
Oberflächlichkeit wird bei uns gaaanz groß geschrieben. Wer nicht aussieht wie das nächste Germany's Topmodel, der wird sogleich zum nächsten Opfer verurteilt. Oder auch der, der angeblich nichts in der Birne hat oder sich allgemein nicht mit den In-Girls versteht. Beziehungsweise: Wen die In-Girls von anfang an nicht mochten. Deren Meinung zählt und keine andere. Das ist wie vor so einer Jury, in einer Sitzreihe sind sie zumindest schoneinmal. Nur mit dem Unterschied, dass Kritik nicht öffentlich besprochen wird, sondern in versammlungsähnlichen Sitzungen. Nach ein wenig mehr als einem Jahr prallt diese "Kritik" jedoch auch irgendwie an einem ab und es ist einem einfach egal, weil die eh absolut keine Ahnung haben, wovon sie reden.
Manchmal frage ich, in welcher Klassenstufe wir uns eigentlich befinden. Dieses Verhalten ähnelt nämlich eher ein paar Siebtklässlern, und nicht welchen aus dem zwölften Jahrgang. Aber ich habe davon ja sowieso keine Ahnung. Bin ja schließlich so tief in meine Opferrolle verfallen und ebenzu kommunikationsunfähig. Peace Mr. Klischee! Da Sie ja so viel Berufserfahrung haben, sollte ich ja auf Ihre Meinung vertrauen und mir jetzt Tag für Tag einreden, dass ich ein Opfer bin. Ist ja schließlich Ihr Urteil. Und meine wenigen Freunde lassen ja auch darauf zurückschließen, dass ich kommunikationsunfähig bin. Ja, klar. Weil Sie mich ja auch außerhalb der Schule kennen, hab ich recht?
Drauf geschissen.
I wanna sing, I wanna shout, I wanna scream till the words dry out.
Freitag, 19. Oktober 2012
Heute ist wieder so ein Tag, an dem ich mich schon wieder über die Verklemmtheit mancher Menschen aufregen könnte. Ich will nicht sagen, dass ich die offenste Person der Welt bin, aber doch schon ein bisschen mehr als eben diese. Worum's geht? Um eins dieser fast Tabu-Themen. Manche reden drüber, als wär es das Normalste der Welt und wieder andere würden am liebsten vor dem Thema weglaufen, weil sie allein die Vorstellung schon eklig und abstoßend finden. Aber mal ehrlich: Was um Himmelswillen ist so eklig daran, wenn man als Mädchen ein Mädchen liebt oder als Junge einen Jungen? Leben wir nicht mittlerweile in einer Zeit, in der es egal sein sollte, wen man liebt, hauptsache, man ist glücklich? Warum sind manche einfach so mega untolerant? Ich versteh es ehrlich gesagt nicht. Und ich würde denen, die so abwertend darüber reden, auch gerne mal 'ne Pfanne über den Kopf ziehen, in der Hoffnung, dass sie dann endlich ihre Augen öffnen und merken, dass wir uns im 21. Jahrhundert befinden.
Man kann mir ja wohl nicht erzählen, dass man die Liebe so steuern kann, dass man sich aussucht, in wen man sich verliebt. Klar, manche werden niemals angezogen vom gleichen Geschlecht sein, aber lassen wir doch die in Ruhe, die es tun. Es zwingt uns keiner, ihnen zuzusehen, wie sie Händchen halten und sich küssen. Wen es stört, der soll in so einem Moment einfach wegsehen und nicht versuchen denen die Hölle heiß zu machen. Man verliebt sich schließlich in den Menschen. Und nicht in das Geschlecht.
Liebe ist unberechenbar, aber gleichzeitig wunderschön. Egal, mit wem sie ist und egal, wer einen dazu bringt, sie zu spüren. Macht endlich die Augen auf und findet euch damit ab, dass nicht mehr alles so ist, wie vor 100 Jahren.
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